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«The Pitt» von R. Scott Gemmill

Von Mosci @mosci · On Februar 9, 2026


«The Pitt» ist nicht einfach eine weitere Ärzteserie. «The Pitt» ist nicht nur Unterhaltung. Die Serie ist ein realistisches Abbild der Notaufnahme und ein klares Statement – ein Pendant zu «Heldin», auf Adrenalin: pulsierend, fordernd, schmerzhaft. 

«ER» (1994–2009) war zu ihrer Zeit eine der erfolgreichsten TV-Shows und setzte neue Standards für das Medium. Danach schossen Nachfolger mit Einblicken in die sterilen Operationssäle wie Pilze aus Zellkulturen. Neben dem späteren Weltstar George Clooney prägte vor allem Noah Wyle als Dr. John Carter die Serie. Nach seinem Ausstieg legte Wyle seinen weissen Kittel ab und engagierte sich jahrelang als Botschafter für verschiedene internationale Hilfsorganisationen. 

Dann kam COVID-19. Die Missstände und die Überforderung der medizinischen Versorgung wurden offensichtlicher denn je. Für Wyle war das der Moment, einen neuen «Emergency Room»-Moment zu schaffen: Gemeinsam mit dem früheren «ER»-Produzenten R. Scott Gemmill entwickelte er das Drehbuch zu «The Pitt». Wieder führt der Weg in eine Notaufnahme, nicht mehr in Chicago, sondern ins Pittsburgh Trauma Medical Center – genannt «The Pitt». Wyle legt sich noch einmal das Stethoskop um den Nacken und kehrt als Dr. Michael «Robby» Robinavitch zurück in den Dienst.

Noah Wyle in «The Pitt» / © Warrick Page/HBO Max

«The Pitt» bedient sich des «24»-Konzepts. Wie bei jener Thrillerserie umfasst jede Folge eine Stunde. In Echtzeit begleiten die Zuschauer*innen Dr. Robby und sein Team durch eine 15-stündige Schicht, verteilt auf 15 Folgen von morgens 8 bis 23 Uhr. Dieses Konzept erzeugt, gepaart mit gezielten Cliffhangern, permanenten erzählerischen Druck. Pausen gibt es keine, weder für die Figuren noch für das Publikum. 

Neben Hauptdarsteller Noah Wyle überzeugt der gesamte Cast, der die Erschöpfung glaubwürdig trägt und gleichzeitig Emotionen transportiert. Die Serie feierte letztes Jahr in den USA bereits Premiere. Europa musste sich so lange auf die Serie gedulden wie die Leute im Wartebereich der Notaufnahme, kommt jetzt dafür auch gleich in den Genuss von zwei Staffeln auf einmal.

«‹The Pitt› überzeugt ohne Eskapismus.»

Die Schicht beginnt. Elektronische Geräte piepsen, Hektik in den Gängen, Patient*innen liegen in Betten, der Wartebereich ist zum Bersten voll. Die Ambulanz liefert pausenlos neue, schwerwiegende Fälle ein. Gleichzeitig sollen ungeübte Assistenzärzt*innen angelernt werden. «The Pitt» überzeugt ohne Eskapismus; hier wird nicht romantisiert wie in «Grey’s Anatomy» (2005– ) oder mit Spezialfällen geprahlt wie in «House» (2004–2012). Stattdessen werden harmlose Schnittwunden genäht, Unfallverletzungen versorgt oder versucht, Personen mit Überdosen zu retten.

Die Kamera bleibt dabei dicht am Geschehen, zeigt auch schonungslos auf blutende Wunden – nichts für schwache Nerven. Mit präzisen Dialogen und kurzen ruhigen Moment nimmt sich die Serie Zeit, Nähe zu den Figuren entstehen zu lassen und Emotionen zu wecken. Die Figuren beginnen, zu leben. Nur vereinzelt wirkt das leicht unglaubwürdig, etwa wenn sich Menschen bereits nach wenigen Stunden äusserst private Informationen anvertrauen. Gegen Schluss wirken auch die vielen Eskalationen und persönlichen Verstrickungen etwas gar dramatisch zugespitzt. Eines bleibt aber eindrücklich stehen: Tiefes Fachwissen allein reicht nicht. Das Spitalpersonal benötigt enorme Energie und noch mehr Empathie.

Fiona Dourif in «The Pitt» / © Warrick Page/HBO Max

Politische und wirtschaftliche Themen weben sich unaufdringlich in die Story ein. Fragen rund um Corona, soziale Ausgrenzung, Budgetgrenzen, Diskriminierung und Versicherungsschutz tauchen beiläufig auf. Am deutlichsten wird der Fachkräftemangel sichtbar. Wie im Schweizer Film «Heldin» (2025) hetzen die Ärzt*innen von Patientin zu Patient, ohne sich eine Pause zu gönnen. Selbst ein Toilettengang muss verdient sein. Da unterlaufen Fehler, Grenzen werden überschritten, Patienten*innen rasten aus. Je weiter die Schicht voranschreitet, desto stärker wird die Abnutzung spürbar. Der Ton wird rauer, das Nervenkostüm dünner, die Figuren erschöpfter.

«Je weiter die Schicht voranschreitet, desto stärker wird die Abnutzung spürbar. Der Ton wird rauer, das Nervenkostüm dünner, die Figuren erschöpfter.»

Diese Stimmung überträgt sich aufs Publikum. So sind nach den 15 Stunden die Zuschauer*innen fast genauso erschöpft wie das medizinische Personal. Mit einem Unterschied: Wir schalten den Fernseher aus. Für die Helden*innen der Notaufnahme beginnt bald die nächste Schicht. Denn das ist kein Ausnahmezustand – das ist bitterer Alltag. «The Pitt» ist ein realistisches Abbild der Situation in einer Notaufnahme und gehört zu den wichtigsten Serien der Gegenwart – aus der wahrscheinlich der nächste Filmstar hervorgehen wird.  

–––

Jetzt auf HBO Max

Serienfakten: «The Pitt» / Creator: R. Scott Gemmill / Mit: Noah Wyle, Patrick Ball, Katherine LaNasa, Supriya Ganesh, Fiona Dourif , Taylor Dearden, Isa Briones, Gerran Howell, Shabana Azeez  / USA / 2 Staffeln à 15 Episoden à 41–60 Minuten

Bild- und Trailerquelle: HBO Max

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«The Pitt» von R. Scott Gemmill
Mosci
Februar 9, 2026
9/10
15 Stunden Notaufnahme in Echtzeit: «The Pitt» ist hektisch, authentisch und kräftezehrend, für Figuren und Zuschauer*innen gleichermassen.
9 Overall Score
Notfall-Held*innen

15 Stunden Notaufnahme in Echtzeit: «The Pitt» ist hektisch, authentisch und kräftezehrend, für Figuren und Zuschauer*innen gleichermassen.

20252026DramaFiona DourifGerran HowellHBO MaxIsa BrionesKatherine LaNasaNoah WylePatrick BallR. Scott GemmillShabana AzeezSupriya GaneshTaylor DeardenThe PittTracy IfeachorUSA
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Mosci

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