Schon zum 25. Mal Genrekino am Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF): Kein Wunder, steht die diesjährige Ausgabe, die vom 3. bis 11. Juli stattfindet, unter einem Geburtstagsmotto. Mit dabei ist auch Regisseur S. S. Rajamouli, der mit seinem Actionspektakel «RRR» international bekannt wurde, am NIFFF aber aus einem ganz anderen Grund legendär ist.
Seit 2000 zelebriert das Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) das Genrekino, seit 2002 jedes Jahr. In dieser Zeit hat sich das Festival einen Bekanntheitsgrad weit über die Schweizer Grenzen hinaus erarbeitet. Für die 25. Ausgabe hat das NIFFF nicht nur eine spezielle Retrospektive mit Filmen über «etwas» schieflaufende Feste zusammengestellt, sondern auch wieder ein vielfältiges Programm mit 129 Werken aus 33 Ländern.
Horror, versteckt in alten Sagen
So läuft etwa die heiss erwartete Horrorfortsetzung «Evil Dead Burn» als exklusive Schweizer Premiere in der «Ultra Movie»-Kategorie – der Abteilung für alle, die ihre Filme gerne blutig mögen. Im internationalen Wettbewerb wiederum gibt es dieses Jahr eine besondere Vielfalt an Folk-Horrorfilmen zu sehen. In «Gaua» (2025) flieht eine Frau im 17. Jahrhundert vor der Hexenverfolgung in einen dunklen Wald, in dem sich Mythen aus der baskischen Folklore tummeln. Aus Japan kommt «Blood on Snow» (alias «Ice Blood») von Eisuke Naito: Hier wird eine Familie im weissen Schnee von einem Yōkai gejagt. Und der Schwarzweiss-Horrorfilm «Hen» (2025) aus Südafrika dreht sich um ein verfluchtes Findelkind. Folk-Horror-Liebhaber*innen sind dieses Jahr gut bedient am NIFFF.
Genrekino kann aber auch Feelgood sein, wie etwa «My Daughter Is a Zombie» (2025) beweist – eine Zombiekomödie, die in Südkorea bereits ein Kassenschlager war. Andere Filme nutzen Genre-Mittel, um soziale Missstände zu thematisieren, darunter Léa Mysius‘ Home-Invasion-Thriller «Histoires de la nuit» über intrafamiliäre Gewalt. Auch asiatische Filme haben in diesem Jahr wieder ihre eigene Kategorie; «Colony», der neue Zombiefilm von «Train to Busan»-Regisseur Yeon Sang-ho, läuft als Abschlussfilm.

«Gaua» / © NIFFF
Wie ein indischer Actionfilm zur NIFFF-Tradition wurde
Neu vergeben werden in diesem Jubiläumsjahr zudem drei VITEO Awards für ausserordentliches Storytelling im fantastischen Bereich – einmal an Buchautorin Samantha Shannon («The Bone Season»), einmal an die Regieperson Bertrand Mandico («Les Garçons sauvages», «After Blue»), einmal an den indischen Actionexperten S. S. Rajamouli («RRR»).
Rajamouli ist übrigens auf ganz besondere Weise mit dem NIFF verbandelt. Wer zum ersten Mal in einer NIFFF-Vorstellung sitzt, guckt oft erst einmal verwundert aus der Wäsche, wenn zusammen mit der Werbung plötzlich Rufe aus allen Richtungen durch den Saal schallen. Wer mehrere Filme besucht, merkt bald, dass das nicht blosses Chaos ist, sondern dass es da gewisse Muster gibt. Manche Rufe etablieren sich nur für ein Festivaljahr, andere halten sich seit Jahren als Tradition. Seit Rajamoulis Actionepos «Baahubali: The Beginning» (2015) vor zehn Jahren am NIFFF lief und dort prompt zum Publikumsliebling wurde, gehört dazu auch ein lautes «BAAHUBALI!», das von einem noch lauteren «BAAHUBALIIIII!»-Chorus quittiert wird. Doch keine Sorge: Sobald die Lichter ausgehen und der Film tatsächlich beginnt, ist es mit dem Lärm vorbei. Dann wird gemeinsamen im Dunkeln in die fantastische Welt der Filme eingetaucht.
Das Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) findet vom 3. bis 11. Juli 2026 in Neuchâtel statt. Tickets und mehr Informationen sind auf der Website des Festivals erhältlich.
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Titelbild aus «Blood on Snow»/«Ice Blood» von Eisuke Naito / Copyright: NIFFF/Sony










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