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Mustang

Von Aline Schlunegger @lepetitmicrobe · On Februar 11, 2016


Das Langfilm-Debüt der türkischen Regisseurin Deniz Gamze Ergüven behandelt das kontinuierlich debattierte Thema der Rolle der Frau in der Gesellschaft auf eine erfrischende Art, die nicht nur zum Nachdenken bringt, sondern auch optimistisch stimmt und für den einen oder anderen Lacher sorgt.

Der Film erzählt die Geschichte der fünf Geschwister Sonay, Selma, Ece, Nur und Lale, die in einem konservativen, türkischen Dorf aufwachsen. Als die fünf Mädchen nach der Schule beim Herumtollen im Meer mit Jungs gesehen werden, verbreitet sich die Botschaft über ihr unzüchtiges Verhalten wie ein Lauffeuer. Der Onkel der Mädchen wird eingeschaltet, um ihnen adäquates Verhalten in der patriarchalischen Gesellschaft mit bitterer Härte beizubringen. Schnell verwandelt sich das Zuhause der Geschwister in eine Art einzwängende Erziehungsanstalt für zukünftige Ehefrauen. Von Kochen über Decken nähen bis die korrekte Körperhaltung einnehmen, lassen die Mädchen die Erziehung eher mit Skepsis als mit Begeisterung über sich ergehen. Doch sobald ihre Aufpasser wegsehen, lassen die Geschwister ihrer Lebensfreude und ihrem Temperament freien Lauf. Die formlosen Gewänder, die sie gezwungen sind zu tragen, werden zerrissen, sie schleichen sich mitten in der Nacht aus dem Haus, reden übers Erwachsenwerden, Sexualität, Liebe.

Das Symbol des Mustangs zieht sich von Anfang an durch den ganzen Film hindurch. Diese Symbolik widerspiegelt sich sowohl in äusserlichen Attributen, wie in den mähnenähnlichen Haaren der Protagonistinnen, als auch in filmtechnischen Aspekten, wie die häufig verwendete Handkamera, die den Bildern zusätzliche Dynamik verleiht und das Gefühl des Ausbrechen und Rebellieren vermittelt. Der Film porträtiert somit nicht nur eine simple Coming-of-Age Story, sondern reflektiert auch die radikale Unterdrückung von Frauen in einer männerdominierten Gemeinschaft. Einfühlsam vermag die Regisseurin die Kontraste zwischen der Lebensfreude der ungestümen Mädchen und der patriarchalischen Gesellschaft einzufangen, wodurch sich schlussendlich eine eindeutige Botschaft herauskristallisiert: Mustangs kann man nicht einsperren.

Ein Film von Deniz Gamze Ergüven / France 2015, 97 Min. / CH-Kinostart: 11.2.2016

Bild- und Trailerquelle: Filmcoopi

 

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Deniz Gamze ErgüvenMustangTürkei
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Aline Schlunegger

Vous n’êtes plus mon psy, monsieur… juste mon amant.

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